Alternativen zum Kurzzeitkredit: Dispo, Arbeitgeber-Vorschuss, P2P, Verwandten-Darlehen, Sozialhilfen
Ein Kurzzeitkredit ist eine der teuersten Formen der kurzfristigen Geldbeschaffung. Bevor man die Express-Auszahlung beantragt, lohnt es sich, die Alternativen durchzugehen. Manche sind sofort verfügbar, andere brauchen ein paar Tage Vorlauf, alle sind in der Regel deutlich günstiger als ein Sofortkredit mit Aufpreis-Optionen. Dieser Beitrag stellt fünf Wege vor, kurzfristig an Geld zu kommen, ohne einen klassischen Mini-Kredit aufzunehmen, und ordnet ein, wann welche Option sinnvoll ist. Eine Übersicht zu Markt und Mechanik der Kurzzeitkredite findet sich auf der Startseite des Magazins Kurzzeit-Kredit.
Option 1: Dispokredit auf dem Girokonto
Der Dispokredit, kurz Dispo, ist die naheliegendste Alternative. Wer ein regelmäßiges Einkommen auf einem Girokonto bei einer deutschen Bank hat, bekommt in der Regel automatisch eine Dispolinie eingeräumt, üblich sind zwei bis drei Nettomonatsgehälter. Die Linie kann jederzeit ohne Antrag genutzt werden, einfach indem das Konto ins Minus rutscht.
Kosten: Der Dispozins ist hoch, aber transparent. Die Bundesbank veröffentlicht regelmäßig Durchschnittssätze, die je nach Bank zwischen rund 8 und 14 Prozent pro Jahr liegen. Bei kurzer Nutzung, etwa über vier oder fünf Tage bis zum nächsten Gehaltseingang, sind die absoluten Zinsen meist im einstelligen Euro-Bereich. Wer einen Dispo dauerhaft nutzt, zahlt deutlich mehr und sollte über einen Ratenkredit zur Umschuldung nachdenken.
Vorteil: Sofort verfügbar, keine Bonitätsprüfung nötig (die wurde bei Einrichtung gemacht), kein Antrag, kein Vertrag.
Nachteil: Wer den Dispo bereits ausgeschöpft hat, kann ihn nicht weiter strapazieren. Banken sperren bei dauerhafter Vollnutzung manchmal Karten oder fordern die Rückführung.
Option 2: Vorschuss vom Arbeitgeber
Wer fest angestellt ist, hat einen rechtlichen Anspruch auf einen Lohnvorschuss, wenn er bereits Arbeit geleistet hat. Geregelt ist das in § 614 BGB: der Lohn ist nach geleisteter Arbeit fällig, der Arbeitgeber muss anteilig auszahlen, wenn der Arbeitnehmer darum bittet und plausible Gründe vorbringt. Über diesen reinen Anspruch hinaus bieten viele Arbeitgeber freiwillig größere Vorschüsse oder zinsgünstige Arbeitgeber-Darlehen.
Kosten: Bei einem Lohnvorschuss fallen keine Zinsen an, die Auszahlung ist eine reine Vorverlagerung dessen, was ohnehin geschuldet ist. Bei einem Arbeitgeber-Darlehen können Zinsen anfallen, sie liegen aber meist unter dem Marktdurchschnitt. Steuerlich sind zinsverbilligte Arbeitgeber-Darlehen unter 2.600 Euro Restschuld kein geldwerter Vorteil.
Vorteil: Günstig, keine Bonitätsprüfung, keine SCHUFA-Meldung.
Nachteil: Die Bitte um einen Vorschuss erfordert ein gewisses Maß an Vertrauen und Vertraulichkeit im Arbeitsverhältnis. Viele Arbeitnehmer scheuen den Schritt aus Sorge vor einer negativen Wahrnehmung. In manchen Branchen ist das berechtigt, in anderen weniger.
Option 3: P2P-Kreditplattformen
Peer-to-Peer-Plattformen wie auxmoney oder smava-cashpresso vermitteln Kredite zwischen Privatpersonen oder zwischen Privatpersonen und institutionellen Anlegern. Im Gegensatz zum klassischen Bankkredit ist die Vergabe stärker an individuelle Risikoeinschätzungen geknüpft, was dazu führt, dass auch Antragsteller mit mittlerer Bonität einen Vertrag bekommen können.
Kosten: Die Effektivzinsen variieren stark, von rund 4 Prozent für sehr gute Bonität bis über 20 Prozent für schwächere Profile. Hinzu kommen Plattformgebühren, die meist als Prozentsatz der Kreditsumme abgezogen werden.
Vorteil: Mittlere Bearbeitungszeit, transparente Vertragsbedingungen, regulärer SCHUFA-Eintrag und damit kein Schattenkredit. Für Selbständige und Freiberufler oft die einzige realistische Option außerhalb der Hausbank.
Nachteil: Nicht so schnell wie ein Sofortkredit, Auszahlung dauert meist ein bis sieben Werktage. Die Plattformgebühr erhöht den Effektivzins zusätzlich.